Der Ort Berghausen wird erstmals im Jahre 771 in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Da das fränkische Kloster Lorsch schon seit dem 8. Jahrhundert in unserer Gegend Besitz hatte, ist anzunehmen, daß die Mönche dieses Klosters die Gemeinde geistlich betreuten. Die Kirche des "Heiligen Martin" wird 1261 in einer Urkunde erstmals bezeugt. Dieses Dokument, das Papst Alexander IV. ausgestellt hat, verzeichnet Güter des Klosters Gottesaue aus Durlach bei uns.
Am 1. Juni 1556 führte der badische Markgraf Karl II. die Reformation ein. Seit dieser Zeit gibt es eine Evangelische Kirchengemeinde mit der Martinskirche in Berghausen.
Am 1. Juni 1556 führte der badische Markgraf Karl II. die Reformation ein. Seit dieser Zeit gibt es eine Evangelische Kirchengemeinde mit der Martinskirche in Berghausen.
Die Martinskirche (vgl. "Martinskirchen") in Berghausen war ursprünglich ein Wehrturm im romanischen Baustil. Das kleine schmale Fenster an der Nordostseite wurde nachträglich im spätgotischen Stil eingefügt, aus gleicher Zeit ist der Wandtabernakel (vor 1356) im Inneren des Turms. Im Jahre 1754 wurde das ehemalige spitzere Dach in diese Form gebracht. 1862 wurden die Hohlziegel durch schwarzen Schiefer ersetzt.


Die Läuteanlage ist elektromechanisch. Sie ist insofern interessant, da viele Kirchenglocken heute mittlerweile elektronisch gesteuert werden.
Details und Fotos zu Glocken hier:
Geschichte der Glocken und ihre christliche Symbolik - Guss, Entstehung und Einbau der 4. neuen Glocke - Läuteordnung - Schmieden neuer Glockenklöppel - Elektromechanische Läuteanlage.

1962 fand die Einweihung der heutigen Kirche mit altem Turm und neuem Kirchenschiff statt. Beim Abriss wurden viele erhaltenswerte Dinge buchstäblich dem Zeitgeist geopfert: geschnitzte Türen, Kanzel, Altar, Fenster- und Türgewände aus Sandstein mit eingemeißelter Inschrift „errichtet unter Markgraf Christoph“. Markgraf Christoph regierte zu der Zeit, als Columbus Amerika wiederentdeckte.
Glücklicherweise erhalten blieben der Taufstein, das Kruzifix aus Lindenholz, das Epitaph des Freiherrn von Selmnitz, die Grabplatten des Freiherrn und der Freifrau von Selmnitz, das Tabernakel, die Grabsteine der Pfarrer Mylius und Wild sowie das Glasbild vom Guten Hirten.
Auch neue Kunstgegenstände kamen hinzu.
Auch neue Kunstgegenstände kamen hinzu.
Willi Rappold hat den siebenarmigen Leuchter, die Kniebank für Einsegnungen und den Ständer für die Osterkerze geschmiedet.
Der neue Grundriss des Kirchenschiffs nach dem Abriss und unter Beibehaltung des bestehenden alten Kirchturms, ein langgezogenes Sechseck, stammt von Architekten G. Einwächter, bietet 660 Sitzplätze und wurde 1962 seiner Bestimmung übergeben.


















